Plakataktion „Tempo 30 für weniger Lärm und mehr Sicherheit“ im Erlanger Landkreis

Plakataktion „Tempo 30 für weniger Lärm und mehr Sicherheit“ im Erlanger Landkreis

Mit der Plakataktion „Tempo 30 für weniger Lärm und mehr Sicherheit“ macht sich auch unser Ortsverband Höchstadt stark und möchte Bürgerinnen und Bürger auf die ausstehende Änderung der Straßenverkehrsordnung hinweisen. An neuralgischen Punkten sind Plakate aufgestellt und zeigen die Notwendigkeit einer Temporeduzierung. Die geplante Reform ist fester Bestandteil des geschlossenen Koalitionsvertrages. Nun ist das Bundesverkehrsministerium unter Volker Wissing (FDP) am Zug und gefordert, entsprechende Maßnahmen zu treffen.

Um was geht es bei dieser Gesetzesänderung? Eine Änderung würde für Kommunen zukünftig den Entscheidungsspielraum erweitern, eine innerörtliche Tempo-Reduzierung auf Tempo 30 auf Kreis- und Staatsstraßen endlich selbst umzusetzen. Kommunen wären also nicht länger von der Genehmigung durch die jeweils übergeordnete Behörde (z.B. Landratsamt) abhängig und entscheiden dann selbst, wo welche Geschwindigkeit angemessen ist.

Weniger Straßenlärm und mehr Sicherheit

Die Vorteile einer Temporeduzierung liegen auf der Hand:

  • weniger Lärm
  • weniger Unfälle
  • mehr Umweltschutz
  • besserer Verkehrsfluss und
  • mehr Lebensqualität

Diese Kampagne zielt auf ein Gleichgewicht unter allen Verkehrsteilnehmenden ab. Radfahrende und Fußgänger sollen gleichberechtigt neben PKW/LKW am Verkehr teilnehmen können. Darüber hinaus sind Anwohner an Hauptstraßen neben einer reduzierten Luftschadstoffbelastung auch einer geringeren Geräuschbelastung ausgesetzt, die gesundheitliche Langzeitfolgen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen kann.

Die Situation in der Innenstadt Höchstadt

Kinder überqueren auf dem Schulweg die Straße, Eltern mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrer, ältere Menschen mit Rollatoren und auch Fußgänger weichen oftmals auf die Straße aus. Der Grund? Die gibt es:

  • Der Gehweg ist an vielen Stellen zugeparkt
  • Fahrradfahrer benutzen den Gehweg, da die Straße zu gefährlich ist

Selbst 30 Km/h ist an vielen Engstellen noch viel zu schnell. Zumal dann, wenn sich der Schwerlastverkehr begegnet und kaum aneinander vorbei kommt. Dann wird sogar der Bürgersteig zum Ausweichen befahren.

Die Grünen sind mit der Forderung „Tempo 30“ nicht alleine

Der bundesweiten, parteiübergreifenden Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“  treten täglich Städte/Kommunen als Unterstützer bei. Mittlerweile sind der Initiative mehr als 390 Städte, Gemeinden und Landkreise angeschlossen.

Umso verwunderlicher nun, dass es offenbar Leute gibt, die Plakate mutwillig zerstören , die auf diese Thematik hinweisen möchten. Soviel sei angemerkt. Es wird jede Beschädigung oder Entfernung der Plakatständer zur Anzeige gebracht. Leider kein Kavaliersdelikt.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

Wirkungen von Tempo 30 an Hauptstraßen [ PDF ]

Diese Kommunen wollen Tempo 30

Volker Wissing hat es nicht eilig [ ZEIT-Artikel – 26.10.2022 ]

Umweltbundesamt – Initiative für stadtverträgliche Geschwindigkeiten

 

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Ein Kommentar

  1. ich befürworte die Aktion zu 100% und ich hoffe, dass es in Zukunft zur Normalität wird, dass Innenstädte mehr an Lebensqualität gewinnen!
    Meine Bedenken richten sich vielmehr auf die Einhaltung und Kontrolle derartiger Tempolimits. Aus leidvoller Erfahrung zeigt sich nämlich, dass die StVO zwar offiziell für jede/n und zu jeder Tages- und Nachtzeit gilt, aber weder die Kommunen noch die Polizei ein gesteigertes Interesse haben, dieses Tempolimit konsequent zu kontrollieren.
    Konkretes Beispiel: Albrecht-Dürer-Str. in Höchstadt
    Ja, hier gilt offiziell die Zone 30. Aber daran halten, Fehlanzeige. Lt. Auswertung (Aug./Sep. 22) der Stadt Höchstadt überschreiten
    84% die erlaubte Geschwindigkeit, mit einem erfassten Spitzenreiter von 95 km/h.
    Anwort der Stadt und LRA: die Polizei muss kontrollieren
    Anwort der Polizei: die Straße ist kein Unfallschwerpunkt, also keine besonderen Kontrollen, außerdem konnten keine Auffälligkeiten registriert werden.
    Im Ergebnis haben wir nun zwar seit einem Jahr Zone 30, das Fahrverhalten ist jedoch wie schon immer, zumal jeder weiß, dass in Höchstadt so gut wie nie ernsthaft kontrolliert wird. In anderen Kommunen wird es häufig ähnlich verlaufen.
    Daher, volle Zustimmung zu Ihrer Aktion, aber mich würde auch das dahinter stehende Konzept interessieren, wie diese Geschwingkeitslimits kontrolliert werden sollen?