Das Wasser muss zurück in die Landschaft – Rückblick auf Podiumsdiskussion

Teilnehmer und Moderatoren der Podiumsdiskussion auf der Bühne
© Andreas Rumpf | Podiumsdiskussion am 8. Oktober 2026

Rund siebzig interessierte Bürgerinnen und Bürger konnten die Vorsitzenden Ute Schott und Andreas Rumpf zu einer hochkarätig besetzten Gesprächsrunde begrüßen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Patrick Hübschmann und Peter Winkler, die mit fachlichen Impulsen und gezielten Fragen durch den Abend führten.

Bürgermeister Alexander Schulz wurde zunächst gefragt, wie gut die Stadt auf die beiden Extreme Hochwasser und Dürre vorbereitet sei. Er zeigte sich überzeugt, dass diesen Herausforderungen allein mit technischen Maßnahmen wie mobilen Spundwänden nicht wirksam begegnet werden könne. Vielmehr sei ein grundsätzliches Umdenken erforderlich: Wasser müsse wieder stärker in der Fläche zurückgehalten werden. Dafür seien umfangreiche Retentionsmaßnahmen notwendig.

Bei aktuellen Bauplanungen werde dieser Ansatz bereits berücksichtigt. So entstünden beispielsweise im Baugebiet „An den drei Kreuzen“ großflächige Wasserrückhaltebereiche. Zudem werde konsequent im Trennsystem gebaut, damit Oberflächenwasser möglichst vor Ort versickern könne. Gleichzeitig sei man sich bewusst, dass die Stadt vor großen Herausforderungen stehe.

Auf die Frage, wie die Wasserversorgung Frankens langfristig gesichert werden könne, zeigte Michael Müller, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Nürnberg, drei zentrale Handlungsfelder auf. Neben leistungsfähigen Fernleitungssystemen seien vor allem die interkommunale Zusammenarbeit und die Verbesserung der örtlichen Versorgungsstrukturen entscheidend. In diesem Punkt unterstütze er ausdrücklich den Weg der Stadt Höchstadt. Zugleich sagte er zu, dass seine Behörde alles dafür tun werde, die geplante Renaturierungsmaßnahme im Birkachgrund zu unterstützen.

Der im Publikum anwesende Landtagsabgeordnete Christian Zwanziger stellte die Frage, ob die Kommunen für diese umfangreichen Aufgaben vom Freistaat ausreichend finanziell ausgestattet würden. Er kündigte an, gemeinsam mit seiner Fraktion einen entsprechenden Antrag in den Landtag einzubringen.

Einen eindrucksvollen Einblick in die vielfältigen Funktionen bewirtschafteter Teiche gab Dr. Martin Oberle, Leiter der Außenstelle für Karpfenteichwirtschaft der LfL. Allein auf Höchstadts Gemarkung befänden sich mehr als 1.200 Teiche. Seit Jahrhunderten dienten sie nicht nur der Fischzucht, sondern auch als Wasserspeicher und natürliche Puffer. Gerade angesichts zunehmender Starkregenereignisse komme dieser Funktion heute eine besondere Bedeutung zu.

Auch aktuelle Projekte seien vielversprechend. So werde unter anderem erprobt, Teiche tiefer anzulegen und gespeichertes Wasser zur Bewässerung von Sonderkulturen zu nutzen. Darin sieht Oberle interessante Ansätze für einen zukunftsfähigen Umgang mit der Ressource Wasser.

Wie müssen sich Kommunen verändern, damit ihr Wassermanagement auch unter den Bedingungen des Klimawandels zukunftsfähig bleibt? Diese Frage richteten die Moderatoren an Jonas Kaufmann, Regionalreferent für Mittelfranken des BUND Naturschutz in Bayern. Vorrangiges Ziel müsse es sein, die menschengemachte Klimaerwärmung zu begrenzen. Gerade Kommunen trügen hierbei eine große Verantwortung, indem sie sparsam mit ihren Flächen umgingen und weitere Versiegelungen möglichst vermieden.

Ein zentraler Schlüssel für widerstandsfähige Kommunen sei daher die Reduzierung des Flächenverbrauchs. Gleichzeitig brauche es Kooperationen und Allianzen, um Flächen zu tauschen oder zu erwerben und so wichtigen Ökosystemen wieder mehr Raum zu geben.

Maximilian Brönner, Klimaanpassungsmanager der Stadt Höchstadt, hob insbesondere die Bedeutung dezentraler Möglichkeiten zum Wasserrückhalt hervor. Er warb für das Leitbild einer „Schwammregion“, die Wasser möglichst lange in der Landschaft hält und ihre natürlichen Ressourcen gezielt nutzt. Gleichzeitig appellierte er an die Eigenverantwortung jedes Einzelnen im Umgang mit Wasser: „Wir sollten lernen, mit dem Wasser zu denken.“

In der Schlussrunde brachte Bürgermeister Alexander Schulz die zentrale Botschaft des Abends auf den Punkt: Angesichts der großen Herausforderungen brauche es ein gemeinsames Bemühen. Nur wenn Kommunen, Fachbehörden, Politik, Landwirtschaft und Bevölkerung zusammenarbeiteten, könne ein zukunftsfähiger Umgang mit Wasser gelingen.

Text: Peter Winkler

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