Über 200 Menschen sind am 16. Januar 2026 in Höchstadts Fortuna Kulturfabrik geströmt, um Prof. Michael Krautblatters Vortrag zu erleben. Anschaulich zeigte er an Beispielen wie Zugspitze, Hochvogel und Höllentalklamm, mit welcher Geschwindigkeit das Abtauen des Permafrost die Bergwelt verändert und damit nicht nur den Tourismus gefährdet. Durch gezielte Forschung und Überwachung der Bergwelt können Bergstürze gezielt vorausgesagt werden und Bauwerke im Hochgebirge (z.B. Seilbahnen) lassen sich zukunftssicher errichten. Erst dadurch wird es Menschen möglich, weiterhin in den Alpen zu leben und sie zu besuchen, ohne sich in akute Lebensgefahr zu begeben.
Doch auch die Wasserabflussmengen der Flüsse verändern sich. Erhöhter Kiestransport durch Starkregenereignisse gefährdet Wasserkraftwerke am Lech. Ausbleibendes Schmelzwasser der Gletscher fehlt für die Trinkwasserversorgung im Alpenvorland und Niedrigwasser im Rhein führt zur Abschaltung der Schweizer Kernkraftwerke im Sommer. Dass der Wasserabfluss der Alpen kein fernes Problem ist, machte Krautblatter am Ende seines Vortrags klar. Denn gerade im trockenen Franken sind wir auf den Wassertransfer aus Alpenflüssen angewiesen. Doch neben Dürren müssen wir uns auch auf Starkregenereignisse vorbereiten, die sich durch die Klimaerwärmung nachweislich verstärken. Dadurch werden z.B. „Jahrhunderthochwasser“ statistisch gesehen alle 10 – 20 Jahre stattfinden. Wer an die enormen Schäden durch die Flutwelle des Jahres 2021 im Aischgrund denkt, erkennt die Bedeutung von Renaturierungs- und Schutzmaßnahmen für eine sichere Zukunft mehr als deutlich.
Wie sehr das Thema die Menschen beschäftigt, zeigte der enorme Andrang. Sowohl auf dem Parkett, als auch auf der Galerie waren sämtliche Sitzplätze besetzt, manche Zuschauer mussten mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Das hielt sie nicht davon ab, am Ende des Vortrags bei einer spannenden Diskussion zahlreiche Fragen zu stellen.
Möglich gemacht hat diesen unvergesslichen Abend Kreisrätin Lydia Göbel, die Prof. Krautblatter von ihrer Idee übrzeugen konnte und die Organisation leitete. Vielen Dank an die vielen helfenden Hände der Grünen Höchstadt und die Unterstützung durch den Bund Naturschutz, Kreisgruppe Höchstadt-Herzogenaurach!